Lüster

Ein notwendiger Bestandteil aller stilistischen und historistischen Interieure ist eine entsprechende Deckenleuchte. Lüster dienen der Zentralbeleuchtung eines Raumes. Meist entsprechend der Größe von Bodenfläche und Deckenhöhe werden sie als mehrarmige und Mehretagenleuchter konstruiert. Als Leuchtmedium benutzte man zuerst Fackeln und Öle, später Kerzen, Gas und schließlich Strom. Die Lüster wurden überwiegend aus Edelmetall im Gussverfahren gefertigt, aus Eisen geschmiedet oder aus Holz geschnitzt. Auch Kronleuchter aus Glas waren keine Ausnahme. Mit dem Untergang adeliger Sitze und mit dem Beginn neu entstandener gesellschaftlicher Zustände nach dem zweiten Weltkrieg wirkte sich das deutliche Zurückgehen an Verzierungen im Interieur auch bei den Lüstern aus. Lüster aus verschiedenen Stilepochen von größeren Ausmaßen und Verzierungen, bekannt aus Schlosshallen, Salons und Speisesälen, sind praktisch verschwunden, weil sie für den weiteren Gebrauch in Räumen kleinerer Dimensionen nicht geeignet waren. Man kann sagen, dass die dramatischen gesellschaftlichen Wandlungen in Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts jene stilistischen Veränderungen der Leuchtkörper verursachten. Aus dem sehr dekorativen, prestigeträchtigen Gegenstand im Interieur wurde der Lüster nun nur zum einfachen Leuchtgerät.

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